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Fluor,
das mit Chlor, Brom und Jod die Gruppe der Halogenide bildet,
ist mit 460 ppm F am Aufbau der Erdkruste beteiligt. Es vertritt vor
allem als F- die Hydroxylgruppe in den Glimmermineralen der Magmatite
und Metamorphite. Ähnliches gilt für die Minerale der
Apatitgruppe, wo
F- auch das Cl- ersetzten kann. Es verwundert deshalb nicht, dass
Apatit-(F) beim Abbau der Phosphorite für Düngemittel als
eine
potentielle Quelle für Fluor in Frage kommt (Fluorapatit: 3.8 % F,
42.3
% P). Während man beim Phosphat von einer
Fluor-Armerzlagerstätte
sprechen kann, handelte es sich bei dem Cryolit-Vorkommen Ivigtut in
Grönland um ein Reicherzvorkommen (54.3 % F). Das wichtigste
F-Mineral
stellt jedoch der Fluorit (Flussspat) mit einem Fluoranteil von
48.9
% F dar. Es ist wegen seiner Farbenvielfalt und variablen
Kristallmorphologie bei Mineralienliebhabern sehr geschätzt.
Fluorit
bildet in Alkalimagmatiten Lagerstätten (Amba-Dongar,
Indien, Okurusu,
Namibia , Speewah, Australien, Snowbird, Montana, USA und Rock Canyon
Creek, Kanada). Man findet Fluoritlagerstätten in Pegmatiten und
Graniten, sowie in den chemisch äquivalenten Rhyolithen. In
schichtgebundenen Pb-Zn-Ba-F-Lagerstätten findet man Fluorit in
Verdrängungskörpern
(Mississippi-Valley-Typ-Lagerstätten) oder er
erscheint in Karsthohlformen als Residualbildung. Es gibt
fluoritführende Megabrekzien (Vergenoeg, Südafrika) und
Maarfüllungen
(Latium, Italien). Eine wichtige Bedeutung haben immer noch die
Fluoritganglagerstätten, die über mehrere Jahrzehnte hinweg
in
Nordostbayern (Issigau-Lichtenberg, Nabburg-Wölsendorf,
Donaustaufer
Revier) abgebaut wurden und Deutschland zu einem führenden
Fluoritproduzenten machten. Heute sind zwar noch nicht alle
Ganglagerstätten in Deutschland erschöpft, gegenwärtig
aber nur zwei in
Abbau bzw. im Neuaufschluss (Oberwolfach, Ilmenau). Die großen
Fluoritproduzenten sind China, Mexiko, die Mongolei, Südafrika und
Russland. Hinsichtlich seiner Verwendung unterscheidet man beim
Fluorit-Erz drei Typen, den Säurespat, den keramischen und
metallurgischen Spat. Die Flusssäure ist die Basis für
zahlreiche
F-haltige Produkte im Bereich der organischen und anorganischen Chemie
und der Ausgangsstoff für den synthetischen Cryolith in der
Aluminiumproduktion.
www.kultur-schloss-theuern.de
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