Das seltene Kalksilikatgestein tritt in der Waldabteilung Gsteinach westlich Pleystein in zwei bis zu 40 Meter mächtigen Gängen zutage. In Hohlräumen des Gesteins fanden sich ausgezeichnete Hessonit-Granatkristalle, Vesuviankristalle und weitere interessante Mineralbildungen.

Der "Gsteinach" ist ein sanfter bewaldeter
Höhenrücken,
in der Bildmitte das Schullandheim
Dieses Geotop befindet sich etwa 100 Meter östlich des Punktes 587, wenige Meter nordöstlich des Schullandheimes Pleystein, ca. 25 km südöstlich von Weiden. In dem bewaldeten Gebiet (westlich der Pingermühle) liegen kleinere und größere Kalksilikat-Gesteinsbrocken umher und an einer Stelle ist ein kleiner (verwachsener) Felsaufschluss zu finden. Eingelagert im moldanubischen Biotit-Glimmergneis (Diaphthorit) streichen zwei bis zu 40 Meter mächtige Kalksilikatgänge SO-NW, wobei der größere (südliche) auf eine Länge von ca. 2000 Meter und in eine Tiefe von bis zu 30 Meter verfolgt werden konnte.
Während der zwischengelagerte und umgebende Gneis seine
Entstehung
tonigen und sandigen Ablagerungen im Erdaltertum verdankt, entstand der
Kalksilikatfels aus stark kalkhaltigen Sedimenten. Die Metamorphose hat
durch hohen Druck und Temperatur die ehemaligen Sedimente in die heute
vorliegenden Gesteine umgebildet. Das im Vergleich zu Gneis seltene
Auftreten
von Kalksilikatgesteinen ist dadurch zu erklären, dass kalkhaltige
Ablagerungen im Erdaltertum vor ca. 600 Mio Jahren auch hier rar und
eher
geringfügig waren.
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Das im frischen Zustand graugrüne, manchmal auch braune Kalksilikatgestein besteht nach Untersuchungen von FORSTER (1965) aus über 50 % Diopsid, fast 1/4 dann Quarz und der Rest verteilt sich auf Plagioklas, Klinozoisit, Titanit und weitere Akzessoria. Auf dem Bild links (Breite ca. 15 cm) kann man den typischen Lagenbau und die Faltung sehen. |
Dieses Gestein weist - und das ist eine Besonderheit - an dieser
Lokalität
zahlreiche Hohlräume auf, die nicht selten mit prächtig
kristallisierten
Mineralien angefüllt sind. An erster Stelle wären da die
Hessonit-Granat-Kristalle
zu erwähnen, die von TENNYSON (1961 und 1983) näher
untersucht
und beschrieben wurden. Es handelt sich dabei um i.d.R. ausgesprochen
flächenreiche
bis kirschgroße rehbraune bis honiggelbe stark glänzende
Kristalle.
Chemisch analysiert wurden die Hessonit-Granate von KECK (1963).
Häufig
tritt auch der graubraune bis "nelkenbraune" Vesuvian in typisch
gestreiften
stengeligen Kristallen auf. Zu den Seltenheiten zählen Kristalle
von
Scheelit, Diopsid, Epidot, Klinozoisit und Wollastonit. Diese
Mineralfundstelle
wurde erstmals von LAUBMANN (1916) beschrieben, jedoch finden sich nur
in älteren lokalen Mineraliensammlungen (so z.B. in Pleystein)
gute Fundes dieses Vorkommens, denn in den 70-er Jahren wurde dieses
Geotop
unter Schutz gestellt.
Das Bayerische Geologische Landesamt führt dieses Geotop unter
Nr. 374A018 als geologische Sehenswürdigkeit, im
Exkursionsführer
zur "Geologie im Umfeld der Kontinentalen Tiefbohrung" wird dieser
Aufschluss
als Exkursionsziel 117 empfohlen. Nachdem in den 70-er Jahren
allzueifrige
Mineraliensammler wild nach den geschilderten Kristallen gegraben
hatten
(und sich dadurch ein weniger schönes Bild bot) wurde das Geotop
zur
Erhaltung als Naturdenkmal unter Schutz gestellt.
Literatur:
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