Das Besucherbergwerk "Kocher-Stollen" bei Wölsendorf
von Berthold Weber, Weiden

Östlich Wölsendorf (1,8 km) wurde mit dem Heinrich-Kocher-Stollen ein weniger mächtiges Flußspat-Vorkommen (der "Kochergang") angefahren. Die Grube wurde am 1. Mai 1937 eröffnet und bis 1952 betrieben und stellt heute mit seinem Besucherbergwerk ein erstklassiges und sehenswertes Geotop dar.

Der Kocherstollen verfügt über zwei Luftschächte (einer neu als Notausstieg für das Besucherbergwerk angelegt). Oberirdisch wurde das Vorkommen ebenfalls angegangen, wobei ein Pingenzug noch sichtbar ist (auf ca. 150 Meter Länge). Geophysikalische Messungen über Tage haben Anfang der 70-er Jahre nochmals zu dem Vorschlag geführt, den Kochergang, der möglicherweise im Naabrankengang nicht nur seine Fortsetzung findet sondern vieleicht sogar mit diesem in Zusammenhang steht, vom Verbundbergwerk Marien-Johannesschacht aus aufzufahren. Dieser Querschlag hätte über eine Mio. DM gekostet und wurde dann doch nicht realisiert. Wenngleich diese Grube auch nur eine weniger bedeutendes Flußspat-Bergwerk war, so sind die langen Stollen und Abbau-Spalten doch sehr beeindruckend. Für Mineraliensammler sind die alten Pingen immer wieder Anziehungspunkt.
 
Violetter Flußspat, tiefschwarzer Stinkspat (auch Oktaeder), seltener graugrüner Fluorit, Baryt, wenige Erz- und Uranmineralien (besonders Torbernit), das ist alles, was man heute vom "Kocher-Gang"  in den Sammlungen sehen kann. Als Raritäten gelten die cm-großen, violetten, von Quarz (weiße Kristallrasen) überwachsenen Oktaeder, die zeitweise auftraten. Früher kaum Beachtung fanden Perimorphosen (häufig nach Kalkspat ) und Pseudomorphosen von Quarz nach Fluorit (-Oktaedern). Aus dem Kocherstollen stammen aber auch gute grüne Flußspatkristallstufen (siehe Fundstück des Monats fdm26.htm). Mehr zu den Mineralien vom Kocherstollen auf den Wölsendorf-Seiten von Berthold Weber unter www.berthold-weber.de/w_kocher.htm.

Der Bergknappenverein Marienschacht Wölsendorf e.V. Hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Geotop in Form eines Besucherbergwerks zu erhalten und auszubauen.

Besichtigt werden kann der Kocherstollen von März bis Oktober jeweils am dritten Sonntag im Monat.

Eintrittspreis:

für Erwachsene 3 Euro,
Jugendliche 1.50 Euro,
Gruppen nach Anmeldung unter Tel.: 09675-619
(Stand 8/2003).

ACHTUNG: Aktuell (8/2009) kann der Stollen nicht besichtigt werden (eine Strecke ist verstürzt, mit Wiedereröffnung ist nicht vor 2010 zu rechnen)

Literatur:

  • (Fast) alle Literatur zu Wölsendorf unter: http://www.berthold-weber.de/w_liter.htm
  • Links:


    Zur Übersicht Geotope
    Zur Hauptseite der VFMG-Weiden