Einige km nördlich von Pleystein findet sich mit dem Leo-Maduschka Felsen eine imposante, für ein Gneis-Gebiet ausgesprochen selten schroff und steil aufragende Felsgruppe dicht an der Straße im romatischen Zottbachtal.

Während die Gneisgebiete im Oberpfälzer Wald allgemein von sanften Hügelketten gekennzeichnet sind, gelegentlich von weich eingeschnittenen Flußtälern oder eingelagerten, oft aus Granit bestehenden und der Verwitterung besser standhaltenden Gesteinsbildungen unterbrochen, so nimmt das Zottbachtal mit seinem bemerkenswerten Leo Maduschka Felsen hier eine Sonderstellung ein. Morphologisch ist der Leo-Maduschka-Felsen wörtlich "herausragend". Die wohl 15 Meter hohe Felsgruppe liegt dicht östlich an der Straße zwischen der Hagenmühle und der Prollermühle im Wald.
Der glimmerschieferähnliche Felsen besteht, oberflächlich
betrachtet, aus Biotit-Lagen-Gneis, mitunter eingelagert sind kleinere
und größere Quarzknauern. Genaugenommen handelt es sich um
einen
moldanubischen Diaphthorit (retrograd metamorph), wobei nach A. FORSTER
das Zottbachtal das bestaufgeschlossene Gebiet für diesen
Gneis-Typ
darstellt.
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Mehr als 1/3 des Gesteins besteht aus Glimmer, wobei der dunkle Biotit überwiegt. Der Rest (Quarz: 19%, Plagioklas: 21%, Cordierit: 6 %, Sillimanit: 7% usw.) trägt weit weniger zum Erscheinungsbild bei. |
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Das Gestein, ursprünglich ja ein Sediment (aus Tonen und Sanden), ist metamorph, also in geologischen Zeiträumen durch hohen Druck und hohe Temperatur in größerer Tiefe stofflich und strukturell verändert, und - hier schön sichtbar - stark gefaltet "knittergefaltet". |
Vom geologischen Rahmen her gesehen gehört das Zottbachtal zum
Moldanubikum, einer großen Landmasse, die in Kollision zweier
Kontinantalschollen
hier vor vielen Jahr-Millionen ein - mit dem Himalaya vergleichbares -
großes Gebirge aufgetürmt hat. Von diesem Gebirge sind (nach
Abtragung durch die exogenen Kräfte) nur die sanften Hügel
geblieben,
die enormen stauchenden und faltenden Kräfte kann man jedoch
kleinformatig
hier noch heute im Gestein studieren. Die Faltenachse dieser Gneismasse
weicht übrigens von der - für das Moldanubikum hier
bevorzugten
- deutlich ab. Sie ist hier mit wenigen Graden nach Nord einfallend N-S
gerichtet. Als Grund vermutet man eine jüngere
Überprägung.
Übrigens bildet genau diese Gneisart das Nebengestein, in dem die
für Mineraliensammler ja so interessanten Kalk-Silikatgänge
(z.B.
bei Pleystein-Gsteinach und gegenüber dem Zottbachhaus) mit ihren
schönen Kristallbildungen auftreten.
Im Sommer 2010 wurde die Felsgruppe durch Mitarbeiter der
Bayerischen Staatsforsten, Forstbetrieb Flossenbürg
fachmännisch freigelegt. Zahlreiche Laub- und Nadelbäume
sowie sonstige Gehölze, die auch eine Gefahr für die
Verkehrsteilnehmer an der vielbefahrenen Straße von Pleystein
nach Neuenhammer darstellten, wurden unter teils schwierigen
Arbeitsbedingungen abgesägt und abtransportiert. Durch diese
Arbeiten hat das Geotop deutlich an Attraktivität gewonnen.
Das Bayerische
Landesamt
für Umwelt führt den Leo-Maduschka-Felsen unter Nummer 374A017
als schutzwürdigs Geotop.
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Man hat diesen Felsen nach dem am 30.Juli
1875 in der
nahen Hagenmühle geborenen Kaufmann, Bürgermeister und
Organist
Leo Maduschka benannt. Leo Maduschka war von 1921 bis 1933 und nochmals
nach dem Krieg bis Oktober 1946 Bürgermeister von Pleystein. Schon
1931 wurde er Pleysteiner Ehrenbürger. Leo Maduschka verstarb im
Alter
von 90 Jahren am 15. Dezember 1965. Der berühmte namensgleiche
Bergsteiger,
Schriftsteller und Wissenschaftler Leo Maduschka (26.8.1908-4.9.1932)
war
Neffe des Bürgermeisters Leo Maduschka und unternahm als Kind hier
in den Ferien erste Kletterversuche. (Freundliche
Mitteilung von Frau Helga Zimmerle, Enkelin des Bürgermeisters Leo
Maduschka) Der Leo-Maduschka-Felsen hat einen Namensvetter im Leinleitertal bei Veilbronn, die für Klettereien beliebte Leo Maduschka Gedenkwand. |
Literatur:
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