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Uran gehört
neben Thorium und Wismut zu den Elementen in der Natur, welche nur
radioaktive Isotope aufweisen. Das Metall ist mit ca. 2,7
Gramm/ Tonne am Aufbau der Gesteine in der Erdkruste beteiligt.
Besonders granitische und kieselsäurereiche Vulkanite
enthalten anomal hohe Gehalte von bis zu 14 gr./to. U. In
Bayern fällt deshalb besonders das nordostbayerische Grundgebirge
mit seinen zahlreichen Granitvorkommen („Altes Gebirge“) durch seine
natürliche Radioaktivität und ein buntes Spektrum
von Uranlagerstätten auf. Man unterscheidet mineralogisch
zwischen Uranschwarzerzen (Pechblende, U-Silikate und –Titanate) und
den grün, gelb und rotbraun gefärbten Urangelberzen
(U-Hydrosilikate, - Phosphate, - Hydrate). Letztere entstehen
durch die Verwitterung und man kann diese sekundären
U-Minerale daher häufig in Granitsteinbrüchen oder auf
Haldenmaterial aufgelassener Lagerstätten finden.
Uranschwarzerze sind oberflächennahe sehr viel seltener
anzutreffen als sekundären U-Minerale und auch leicht
aufgrund ihrer dunklen Farbe zu übersehen, wenn man kein
Szintillometer zur Hand hat. Die U-Lagerstätten in Bayern
lassen sich lagerstättenkundlich in drei Gruppen unterteilen:
magmatische, strukturgebundene und sedimentär U-Lagerstätten.
Die magmatischen U-Vorkommen liegen in den
kieselsäurereichen Intrusivgesteinen und Vulkaniten (z.B.
Hauzenberg, Hebanz, Hagendorf). Auch im unmittelbaren Vorland des
„Alten Gebirges“ haben die spätpaläozoischen Vulkanite
U-Anreicherungen im Weidener und Stockheimer Becken hinterlassen.
Während der letzten Phase der Uransuche in N-Bayern lagen
vor allem die gangförmigen Uranlagerstätten im Fokus
der Explorationsgeologen. Versuchsabbaue befanden sich bei
Grossschloppen, Poppenreuth, Mähring, Falkenberg und am
Schirmberg bei Girnitz. Einige Erz-Gänge weisen ein sehr
buntes Elementspektrum, welches zu U-, Se-, Bi-, Pb-, Zn- und Cu-
Mineralien führte, auf. Zu dieser Kategorie von Gängen
zählen u.a. auch die Fluorit-Baryt-Gänge von
Wölsendorf-Nabburg, wo man sehr früh auf den Gängen des
Marienschachtes und Johannesschachtes auf die Uranverbreitung
aufmerksam wurde. Ein spezieller schwarzer Flussspat-Typ, der
Stinkspat, verdankt seine Entstehung der radioaktiven Strahlung die von
den Uranmineralien in den Gängen ausgeht. Auch entlang des
„Pfahls“, einer bekannten quarzreichen Störungszone, fanden sich
kleine Uranmineralisationen. Einige gangförmige
Uranlagerstätten führen überwiegend U-Schwarzerze,
Molybdänglanz und Bitumina (z.B. Mähring). Es sind
jedoch nicht nur die granitischen Gesteine des Fichtelgebirges, des
Oberpfälzer und Bayerischen Waldes, die erhöhte U-Gehalte
aufweisen, sondern auch zahlreiche Sedimente verfügen
über beachtliche U-Gehalte. Diese U-Anreicherungen sind z.T.
seltenen Elementen wie Sb, Zn, Pb, Cu, REE, Au und Se verknüpft.
Im nördlichsten Teil Bayerns bei Ludwigsstadt wurden die
Schwarzschiefer des Silurs und des Unterdevons (Graptolithenschiefer)
auf ihren Metallgehalt untersucht. Uran ist in der geologischen
Vergangenheit bevorzugt in sauerstoffarmen Ablagerungsräumen
konzentriert worden. Deshalb enthalten alle bayerischen Kohlen
von Stockheim (Steinkohle) über Wackersdorf (Braunkohle) bis hin
zu den Pechkohlen im Alpenvorland mehr oder minder hohe Urangehalte.
Flächenmäßig am weitesten verbreitetet, sind jedoch
die Urananreicherungen im Keuper Frankens (Burgsandstein), wo
sowohl karbonat-, phosphat- und kohlenstoffreiche Sandsteine z.T.
beachtliche Strahlungswerte aufweisen können
(„Aktivarkosen“). Auch wenn in Bayern kein Uran abgebaut wird,
müssen wir mit diesem strahlenden Erbe der Natur leben.
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